Pressestimmen zum Rottenburger Gauklerfest 2009

Hier finden Sie Reaktionen der Presse auf das Rottenburger Gauklerfest, sortiert nach Datum, die aktuellsten zuoberst.

Schwäbisches Tagblatt - 04.05.2009

Gaukler waren in der Stadt und viele Gäste.

2009-05-04-tagblattWetter deutlich besser als im Vorjahr, aber auch dieses Mal blieben die gastgebenden Geschäftsleute nicht ohne Regen. Tausende Besucher kamen am Samstag zum Rottenburger Gauklerfest des Handels- und Gewerbevereins (HGV). Die Abschlussgala am Abend litt dann unterm Regen.

Rottenburg. „Das blaue, das gelbe, oder das rote Kunststück?“ Der kleine Aaron wählt blaue – schon beginnt Taschenspieler Philip Flint im Schatten des Doms mit seinem Programm. Er werde nicht etwa eine Nadel durch den blauen Ballon stechen, verkündet er: „Das kennt ihr schon. Ich mache das mit einem Brotmesser!“ Der Ballon platzt. Stattdessen hält Flint nun eine Cola-Flasche in seiner Hand. Anschließend soll Sigune Hagenacker aus Bondorf bei einem Kartentrick assistieren. „Ich habe versucht zu gucken. Ich habe nicht gesehen, wie er das macht. Echt faszinierend.“

13 Gaukler-Profis, einige Nachwuchstalente, viel Musik und an jeder Ecke etwas zu essen – das 6. Rottenburger Gauklerfest bot Genuss für alle Sinne. Es erstreckte sich vor allem entlang der Königstraße und vom Marktplatz an der Zehntscheuer vorbei über die Josef-Eberle-Brücke hinüber.

Zur Mittagszeit war der Marktplatz bereits gut besucht. Zum Frühschoppen spielten die Gluzger. Später konnte man sich dort mit Spargel-Spezialitäten versorgen lassen. Nachmittags traten verteilt im Stadtzentrum Nachwuchsgaukler auf, die sich einen Fernwettbewerb um den besten Auftritt lieferten. Die Gewinner wurden später auf der Hauptbühne geehrt, die auf dem Marktplatz aufgebaut worden war: Den Künstlerpreis der Fachjury sowie einen Engagement-Vertrag gewannen die Rope-Skipping-Gruppe Weiß, sowie der aus dem spanischen Zaragoza stammende Jongleur Borja Antolin, dem der Mexikaner Giani Gangloff assistierte. „Das Herz springt, ich bin überglücklich“, übersetzte Gangloff für Antolin.

Am Eugen-Bolz-Platz spielte das Orchester der Carl-Joseph-Leiprecht-Schule: Das „Thema der neunten Sinfonie“ von Ludwig van Beethoven, „Bandroom Boogie“, „Let‘s Rock“ und, sozusagen Motto gebend „Playing together so much better“. Das Orchester besteht aus Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen fünf und sechs. „Die Fünftklässler spielen erst seit September“, erklärte Leiter Jörg Dold. Die jungen Musiker hatten sich zuerst auf den akustischen Unterschied zwischen dem gewohnten geschlossenen Raum und diesem Konzert unter freiem Himmel einzustellen. „Man hört sich gar nicht. Die Töne gehen in den Himmel. Man hat den Eindruck man spielt allein“, erklärte der Musiklehrer die Umstellung.

Vorm Orchester unterhielt die Trommelgruppe. Weil der Applaus reichhaltig war, spielten sie und das Orchester ihr Konzert einfach nocheinmal. Gerade als sie abbauten, zogen dunkle Wolken auf. Es tröpfelte leicht und es donnerte in der Ferne, dabei blieb es vorerst.

Das konnte Dietmar Schneider gleich nebenan nur recht sein: Immer wieder ließ er seinen „Silberpfeil“ (eine Seifenkiste in welcher Schneider Bauteile eines Ford Capri und etwa drei Quadratmeter Aluminiumblech verarbeitete) von einem Hänger herunter rollen, als Schnuppertraining für die am Volant sitzenden Kinder.

Am Nachmittag verbreiteten sich die Profi-Gaukler in der Stadt. Viele Zuschauer blieben am Dom stehen, um den Schwebekünstler Carismo zu sehen: „Er war im letzten Jahr schon da. Er hat mich aufs Neue begeistert“, meinte die Rottenburgerin Petra Perez. Der Jongleur NilyNils freute sich, dass die Organisatoren sich so flexibel zeigten und den Gauklern erlaubten, ihre Standorte durchzutauschen.

„An manche Plätze kommt weniger Publikum als an andere“, sagte NilyNils. „Mein ursprünglicher Standort Ecke Bahnhofs- und Ehinger Straße war zugeparkt und zu klein für mich.“ Er wechselte sich mit dem argentinischen Jongleur Juan Manuel Gomez vor der Zehntscheuer ab. Dort jonglierte NilyNils auf einem drei Meter hohen Einrad mit Messern und Apfel.

Vor der Zehntscheuer betrachteten die Rottenburgerinnen Sema Serim und Emel Mimaroglu das Geschehen. „Meinem Sohn hätte eine Hüpfburg gefallen“, meinte Emel Mimaroglu. Eigentlich sei das Gauklerfest „schon gelungen, aber wir haben etwas mehr Spannung erwartet“, gestand Sema Serim. Der dreijährige Phil Herm war dagegen völlig zufrieden, in der Seifenkiste, beziehungsweise im Kinderkarussell Platz zu nehmen. „Da wollte er nicht wieder weg“, meinte seine Mutter Simone.

Gute Noten bekam das Fest vom Einzelhandel. 50 Geschäfte beteiligten sich, teilweise mit eigenen Aktionen wie etwa Juwelier Schäfer am Marktplatz: Auf dem roten Teppich vorm Geschäft führten Models, darunter zwei Männer, Brillen vor. Chefin Martina Bettinger freute sich: „Nach dem zweiten Durchgang war der Laden rappelvoll.“

Hermann Kratzer, Inhaber des gleichnamigen Schuhhauses, bezeichnete das Gauklerfest als atmosphärische Bereicherung. Bereits um neun seien die Leute in die Läden geströmt, berichtete er. „Der Samstag war schon immer ein guter Einkaufstag in Rottenburg. Ich würde mir wünschen, dass mehr Mitglieder des HGV längere Öffnungszeiten mittragen würden. Aber heute ist der Umsatz nochmal deutlich stärker als an normalen Samstagen.“

Pünktlich zum großen Finale auf dem Marktplatz kam der nasse Guss von oben. Da klang etwas Ironie mit, als das Saxophonquartett der Stadtkapelle auf der Bühne „Somewhere over the Rainbow“ anstimmte. Tausende waren über den Tag verteilt in die Stadt gekommen – nun waren noch gut 200 Leute da. „Am Wetter arbeiten wir noch“, meinte Marc, Moderator, künstlerische Leiter der Veranstaltung und Teil des Wurmlinger Magier-Duos Marc & Alex. „Tagsüber hat alles super gepasst, auch vom Timing her.“

Text: Michael Sturm

Schwarzwälder Bote - 04.05.2009

Gauklerfest verwandelt Rottenburg in Manege

Archivfoto dpaRottenburg - Für Peter Weingärtner, den Sprecher der Gruppe Einzelhandel des Handels- und Gewerbevereins, ist die Bilanz des Gauklerfestes »sehr gut«. »Es waren so viele Leute da wie noch nie«, freute er sich.

Zwar regnete es am späteren Abend, aber die Galashow der Artisten, Zauberer und Künstler wurde dennoch durchgezogen. Hier stand das Publikum zunächst mit Regenschirmen vor der Bühne, doch irgendwann ließ der Regen nach und der zweite Teil der Show verlief im Trockenen.

Den ganzen Samstag über konnte man tolle Darbietungen erleben. Zunächst ging es darum, die besten Nachwuchsgaukler ausfindig zu machen. Die Gaukler traten auf dem Marktplatz und an verschiedenen Spielorten in der Altstadt auf. Das Publikum konnte »Gauklertaler« in die Hüte werfen, und die Nachwuchsgaukler mit den meisten Talern gewannen Einkaufsgutscheine.

Auch eine Jury bewertete die Darbietungen der Jugendlichen. In der Publikumswertung lag eine Rope-Skipping-Gruppe vorn, auf dem zweiten Platz rangierte die Einrad- und Hochradgruppe »Rund und bunt«. Auf dem dritten Platz landete der SV Poltringen mit Rope-Skipping-Vorsführungen.

Atemberaubende Kunststücke 20 Meter über dem Boden
Die Jury kürte Antonin Borjar zum Sieger; er punktete mit Jonglage. Auf dem zweiten Platz der Jurywertung lag die Einradshow Zug, den dritten Platz belegte der SV Poltringen. Bei den Profis gab es zwar keine Wertung, doch sorgte Carismo mit seiner Artistik am Vertikaltuch für Aufsehen. 20 Meter über dem Boden zeigte er atemberaubende Kunststücke direkt zwischen Dom und Rathaus.

Alice Therese Böhm spielte Puppentheater und hatte sich hierzu mit einem großen weißen Hut und einer weißen Maske verkleidet. Marc&Alex modellierten Luftballons, und bei Melanie Haux standen all jene Kinder Schlange, die sich einmal schminken lassen wollten.

Schabbernax als mittelalterlicher Gaukler wartete auf das »Händegeklapper« des Publikums, während er zerteilte Seilenden wieder zusammenfügte. Philip Flint und Miles Pitwell begeisterten das Publikum mit Zauberstückchen, und Nily Nils faszinierte mit seiner Jonglage-Comedy-Show. Mit brennenden Keulen jonglierte Juan Manuel Gomez und Markus Stahlberg überzeugte mit seiner Trial-Show. Er hüpfte, sprang und fuhr mit seinem Fahrrad über Palettenstapel und Autos und setzte dabei das Gesetz der Schwerkraft außer Kraft.

Einige tausend Menschen bummelten am Samstag beim Gauklerfest durch die Innenstadt, und an jeder Ecke konnte man wieder neue und spannende Darbietungen erleben. Auch die Einzelhändler machten mit: Sie hatten bis 20 Uhr geöffnet und lockten mit Sonderangeboten. Auf dem Marktplatz konnte man bei einer großen Hocketse nicht zuletzt auch Musikalisches erleben.

Zum Frühschoppen spielten die »Gluzger«, Schüler der Leiprecht-Schule, der Fanfarenzug und das Saxophonquartett der Stadtkapelle Rottenburg.

Von Angela Baum

Radio Ton - Werbespot Rottenburger Gauklerfest

Hier können Sie den Radio Ton Werbespot zum Gauklerfest in Rottenburg anhören:

Schwarzwälder Bote - 05.03.2009

Gauklerfest wird gemeinsam gestemmt. HGV holt Stadt, Stadtwerke und WTG für Organisation mit ins Boot.
2009-03-05-schwabo

Schwäbisches Tagblatt - 05.03.2009

Freiluftzauber mit Spargel
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